Absurd, skuril und witzig: Buchautor Mikael Lundt

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Viele Menschen träumen davon, einmal ein eigenes Buch zu schreiben. Der Hofer Autor, Michael Gückel, hat sich diesen Traum gleich vier mal erfüllt. Seine Romane handeln von mystischen Welten, fantastischen Wesen und rätselhaften Geschehnissen. Und wenn man genauer hinliest, merkt man auch, dass der Berlin-Rückkehrer vom Aufwachsen in unserer Heimat inspiriert wurde. Von Orten, wie der alten, stinkenden Unterführung zur Luftbrücke. Von Jungs, die nur konfirmieren, weil sie die Kohle dafür einsacken wollen. Von Kartoffelsalat mit Mayonnaise. Oder von seinen Erfahrungen in der Metal Szene. Und irgendwo kommt auch immer wieder Gott darin vor. Klingt komisch? Das soll es auch sein. Denn wer von seiner geordneten Alltagstristesse gelangweilt ist, soll eine wunderbare Leseauszeit bekommen, indem er sich in Michaels Fantasiewelten katapultieren lässt. Für Science Fiction Fans und die, die es noch werden wollen!

In einem persönlichen Interview habe ich den Autor mit dem Pseudonym „Mikael Lundt“ für Euch kennengelernt.

 

Hallo Michael! Stell‘ Dich doch kurz vor. Wer bist du? Was machst du? Wie alt bist du?

Wie alt ich bin… Naja, sagen wir es so: Ich bin in dem Alter, wo man langsam anfängt, sich die Nasenhaare zu schneiden. Ich bin verheiratet und habe einen Fünfjährigen Sohn und eine zwei Monate alte Tochter. Außerdem arbeite ich als Journalist für das PROTECTOR Magazin und nebenher für die TAZ.

…und Du bist vierfacher Buchautor. Welche Art Bücher schreibst Du?

Meine Romane sind eine Mischung aus Fantasy und Science Fiction. Keine humorlose Hard Science Fiction mit Technik Overkill. Ich bin jetzt kein Technik Nerd. Das wäre mir zu öde. Mir geht es darum, unterhaltende und spannende Geschichten zu schreiben. Es geht ganz viel um Atmosphäre und Charaktere. Und fesselnd soll es sein. Ich wollte eher den Akte X – Spirit erschaffen, statt mich in Details zu verlieren. Ein bisschen Mystery, ein bisschen Krimi. Immer mit einem Augenzwinkern. Ich habe schon überlegt, „Achtung – Soft Science Fiction“, auf die Bücher zu schreiben.

Klingt ideal für Einsteiger. Woher nimmst Du Deine Ideen für die Stories?

Als kreativer Mensch hat man ja immerzu irgendwelche Ideen. Man muss eigentlich nur die rausfiltern, die kacke sind. Am besten, bevor man das Buch veröffentlicht. Oft hab‘ ich einfach nur eine Szene im Kopf und mit der starte ich dann. Bei „Weltengang-Maschine“ war das zum Beispiel so. Da geht’s um einen arbeitslosen Säufer, der plötzlich göttliche Macht erlangt. Da war die Grundidee schon da und die Story entwickelt sich dann während des Schreibens. Bei „Himmelfahrt mit Hyperspeed“ war die Geschichte ziemlich im Vorfeld geplant. Aber manchmal machen die Charaktere eben auch einfach, was sie wollen und entwickeln ein Eigenleben. Am Anfang oft diffus und dann lernt man die als Autor selber kennen. Das ist vielleicht schon ein bisschen schizophren, wenn die aus dem Unterbewusstsein kommen und man vorher noch gar nicht wusste, wie die drauf sind.

Wie kommt man denn überhaupt dazu, solche Romane zu schreiben?

Kurzgeschichten habe ich mir schon in meiner Schulzeit ausgedacht. Immer lustig, immer skurril. Später habe ich die journalistische Richtung eingeschlagen und viele Satirebeiträge für die TAZ geschrieben. In der Zeit kam mein Interesse an solchen skurrilen Geschichten dann wieder. Ich hatte öfter den Gedanken, auch mal längere Texte zu verfassen. Damals war ich noch in Berlin, da habe ich 7 Jahre lang gelebt. Ich habe dann ein-zwei Anläufe gestartet, ein Buch zu schreiben, aber das dann jeweils nach der Hälfte abgebrochen.

Und dann bist du nach Hof zurückgekommen?

Ja, dann hieß es back to the roots. Ich bin wieder hier her gezogen und mit der Entschleunigung kam dann auch mehr Muse ins Spiel. Ich meine, in Berlin habe ich 7 Jahre lang die gegenüberliegende Hauswand durch’s Fenster angeschaut. Jetzt schaue ich halt auf die Natur. Außerdem war mein Sohn zu der Zeit schon auf der Welt und irgendwie ist man dann ja doch Landei und stellt sich vor, wie so eine Kindheit sein soll.

Sind deine Romane also von der Gegend hier inspiriert?

Da gibt es schon Orte. Kennst du noch die alte Unterführung zur Luftbrücke am Bahnhof? Da stank es ja immer fürchterlich und man wollte gar nicht durch. Musste man aber, wenn man nicht zwei Kilometer Umweg laufen wollte. Der Ort hat sich so sehr eingeprägt bei mir, dass ich den in meinem neuesten Roman, „Fressfeind“, verarbeitet habe. Also ja, manche Orte hier inspirieren mich schon. Das sind dann zwar nicht die Schönsten, aber es geht ja viel um Morde und Düsteres.

Würde dann ja auch weniger gut passen, eine Blumenwiese am Theresienstein als Setting zu nehmen…

Genau! Wobei, vielleicht mach‘ ich das mal…

Wie publizierst Du Deine Bücher?

Ich hab‘ ja immer gerne alles unter Kontrolle, deshalb mache ich das im Selbstverlag über Print on Demand Dienstleister. Nur „Himmelfahrt mit Hyperspeed“ ist ein Auflagendruck, das wird über einen Buchvertrieb verkauft. Ansonsten gibt’s ja hier so tolle Veranstaltungen, wie das „Leseding“ im Galeriehaus, das wird von Michael Böhm und Roland Spranger organisiert. Da kann man seine Texte zum Besten geben. Aber auch bei „Zeilen und Zoigl“ war ich schon. Das ist eine Lesungsreihe, die von Galeriehaus und der Buchhandlung Kleinschmidt organisiert wird. Ansonsten fahre ich eben auf Buchmessen. Auf der Leipziger Buchmesse hatte ich zum Beispiel eine Lesung und im November fahre ich dann auf die „Buch Berlin“.

Dann kommen wir auch schon zur letzten Frage: Was wünschst Du Dir für die Zukunft?

Ruhm, Ehre und ein kostenloses Bier-Abo von einer guten Brauerei!

 

 

 

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